Dr. Alexander Buhr

Die Solokadenz im Klavierkonzert des 19. Jahrhunderts

A5 Softcover: 376 Seiten Erscheinungsjahr: 2009 ISBN: 9783895747144
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Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts endet die tradierte Praxis, dem Solisten die Ausführung einer improvisierten Solokadenz im Klavierkonzertsatz freizustellen. Stattdessen gehen die Komponisten dazu über, Solokadenzen selbst auszukomponieren und sie dem Notentext des Konzerts an entsprechender Stelle beizufügen. Damit werden diese auskomponierten Improvisationen zu einem unverrückbaren, integrierten Bestandteil der Komposition.

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Die vorliegende Arbeit unternimmt erstmals eine umfassende Sammlung, Analyse und Auswertung der auskomponierten Klavierkonzertkadenzen des 19. Jahrhunderts. Auf Basis der Betrachtung von 147 Kompositionen für Klavier und Orchester wird eine Typologie der Solokadenz entwickelt, die ihre verschiedenen Erscheinungsformen und Funktionszusammenhänge aufzeigt. Die Auswertungen schließen in vielen Fällen umfassende analytische Betrachtungen zur Gesamtsatzanlage mit ein. So werden hier erstmals in der neueren wissenschaftlichen Literatur Konzertsätze von Brüll, Goetz, Hiller, Moscheles, Pabst, Ries, Reinecke, Scharwenka, Thalberg und vielen anderen, heute nur noch wenig bekannten, Komponisten des 19. Jahrhunderts einer Neubewertung unterzogen. Diese stehen umfassenden Betrachtungen der gängigen Werke von Brahms, Grieg, Liszt, Rachmaninow, Schumann, Tschaikowsky und anderen gegenüber. Die Analysen sind mit zahlreichen Notenbeispielen illustriert. Diese Arbeit ist somit nicht nur die erste wissenschaftliche Betrachtung der Solokadenz im Klavierkonzert des 19. Jahrhunderts, sondern auch eine der bis dato umfassendsten Untersuchungen zur Gattung überhaupt. Sie bietet Konzertpianisten und Liebhabern einen fundierten Einblick in die größtenteils unbekannte Konzertliteratur des 19. Jahrhunderts und liefert über die Analyse des Bedeutungsinhalts von Solokadenzen wertvolle Anregungen zu deren praktischer Ausführung im Konzert.