Kriminalistik an den Universitäten der DDR

Prof. Dr. F.-R. Schurich, Prof. Dr. Dr. I. Wirth

Die Kriminalistik an den Universitäten der DDR

A5 Hardcover, 460 Seiten
Erscheinungsjahr: 2015

ISBN-13: 9783895748806

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Als mit Senatsbeschluss von 1990 „mangels Bedarfs“ die Abwicklung der Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität zu Berlin begann und eine traditionsreiche Wissenschaftsdisziplin ihr Ende fand, sprachen namhafte Experten von einem „Rückschritt in der Wissenschaftsentwicklung“. Mit gebührendem Abstand legen die Autoren nun eine detaillierte historische Abhandlung ihrer Fachdisziplin vor und leisten damit nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Berliner Wissenschaftsgeschichte, sondern dokumentieren zugleich das hohe theoretische Niveau der Kriminalistik in der DDR. Erstmals wird dabei auch die wissenschaftliche Bilanz der kriminalistischen Institutionen an den Universitäten Leipzig, Halle-Wittenberg und Jena gewürdigt.
Als rechtswissenschaftliche Disziplin war die Kriminalistik an die Interessen des sozialistischen Staates gebunden. Im Allgemeinen gelang es jedoch, zumindest das wissenschaftliche Instrumentarium von einer unmittelbaren Politisierung freizuhalten, was sich letztlich auch in der hohen internationalen Reputation der universitären Einrichtungen widerspiegelte.

Die sowjetische Kriminalistik spielte für die DDR eine herausragende Rolle, weshalb der Kriminalistik in der Sowjetunion und ihrer Rezeption in der DDR ein eigener Abschnitt gewidmet ist. Mit Betrachtungen und Analysen zu der interdisziplinären Schriftenreihe „Kriminalistik und forensische Wissenschaften“ schließt der Band ab. Im Anhang findet sich ein Verzeichnis der Habilitationsschriften, Dissertationen und kriminalistischen Diplomarbeiten, die größtenteils an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt worden sind.
Wenn spätere Generationen noch einmal die Frage nach der Notwendigkeit der Wissenschaft Kriminalistik an einer Universität stellen werden, könnte die Besinnung auf Gewesenes von Nutzen sein.
„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.“ Wilhelm von Humboldt

Das Blättchen, Zweiwochenschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft, 01/2016Neben der miserablen quantitativen Personalausstattung der Landespolizeibehörden spielt das eklatante Missverhältnis zwischen den qualitativ stetig wachsenden Anforderungen an die Arbeit der Kriminalisten und deren oftmals unzureichender Qualifikation eine Rolle, die den Polizisten selbst nicht anzulasten ist. [...] Angesichts der aktuellen Zahlen liest sich der von Frank-Rainer Schurich und Ingo Wirth herausgegebene Band wie ein Menetekel.

Neues Deutschland, 21.11.2015Schurich/Wirth wollten zeigen, was der deutschen Wissenschaftslandschaft verloren gegangen ist. Sie hoffen, dass kommende Generationen sich des Mankos bewusst werden und auf einst erfolgreiche Strukturen zurückgreifen. Man wird sehen. Dieses Buch jedenfalls dürfte nicht nur Kriminalisten interessieren.

Profil K, 2/2015Dieses Buch eröffnet neue Einblicke in die Entwicklung der Kriminalistik der DDR.

Ende dieses Jahres stellen wir hier weiterführende biographische und bibliographische Informationen für Sie zur Verfügung.

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