Dr. Jürgen W. Schmidt

Als die Heimat zur Fremde wurde …

Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Westpreußen

A5 Softcover: 470 Seiten
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 9783895747601
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Rund 70% aller Westpreußen flohen nach polnischen Schätzungen vor der anrückenden Roten Armee, als die Kämpfe im Januar 1945 auf westpreußischen Boden übergriffen und bis zum Fall von Danzig im März 1945 auf beiden Seiten außerordentlich hart und verlustreich geführt wurden. Nicht selten wurden westpreußische Trecks noch in Pommern von der vorwärtsstürmenden Roten Armee eingeholt und mussten notgedrungen umkehren, während vielen anderen Flüchtlingen die Flucht, vorrangig nach Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, oder auch per Schiff nach Dänemark gelang. Sie retteten damit zumindest ihr Leben und Teile ihrer beweglichen Habe, während Ungezählte auf der Flucht starben oder getötet wurden.

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Wem die Flucht nicht gelang, aber auch den Westpreußen, die in der alten Heimat unter allen Umständen verbleiben wollten bzw. durch äußere Umstände an der Flucht gehindert wurden, fiel ein schweres Schicksal zu. Zu Zehntausenden wurden sie ohne Urteil in den verschiedensten polnischen und sowjetischen Arbeits- und Straflagern inhaftiert, der westpreußische Ortsname „Potulitz“ erlangte hierbei traurige Berühmtheit, und mussten Zwangsarbeiten bei unwürdiger Behandlung und schlechter Ernährung verrichten. 1945/46 fanden im nunmehr polnisch gewordenen Westpreußen „wilde“ und später auch „organisierte“ Vertreibungen der restdeutschen Bevölkerung statt. Ihnen folgte ab Ende der 40er Jahre eine Jahrzehnte anhaltende Welle von sogenannten „Spätaussiedlern“, welche sich mit der fortdauernden Diskriminierung als Deutsche und den für Deutsche wie Polen gleichermaßen schlechten sozialen Lebensbedingungen im kommunistischen Polen nicht abfinden wollten. Für alle diese Westpreußen wurde mit dem Jahr 1945 „die Heimat zur Fremde“, welche ihnen ungeachtet allen erlittenen Kummers unvergesslich blieb und bleiben wird.

  1. PREUSSEN-KURIER, Ausgabe 2/2016

    Man kann dieses Buch kaum in einem Zug lesen. Mehr als zwei oder drei Fluchtberichte auf einmal wird kaum einer ertragen. Und doch ist es so, dass von diesen Berichten unserer Vorfahren ein eigenartiger Sog ausgeht, der einen zwingt, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen, bis man ans Ende gelangt ist. Diese Berichte gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben, ist das kaum zu hoch zu veranschlagende Verdienst von Herausgeber und Verlag.

  2. Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte, 23. Bd. (2013), H. 2

    Doch sollen vor allem die umfassende Auseinandersetzung des Autors mit diesem Thema, die in den Erlebnisberichten gut und spannend aufbereitete Datenfülle und eine unverkrampfte, nur dem Thema Rechenschaft tragende Sichtweise hervorgehoben werden.

  3. Jahrbuch Preußenland, Bd.4, 2013

    Zusammenfassend kann dem Band attestiert werden, daß er in vorbildlicher Weise Geschichtsschreibung mit der Bewahrung unverzichtbarer Bestandteile unseres deutschen kulturellen Gedächtnisses kombiniert, […]

  4. Das Historisch-Politische Buch, November 2011

    Das vorliegende Werk zeigt deshalb eine methodisch praktikable Umgangsweise mit der Oral History auf. Viel wesentlicher jedoch ist, daß dieses Herausgeberwerk sich antizyklisch und auf der Basis der Faktizität mit der Thematik der Vertriebenenpolitik befaßt.

  5. Preußische Allgemeine Zeitung, Neue Bücher, 27. August 2011

    Dem Historiker Jürgen W. Schmidt ist es ein Anliegen, dem Vergessen und Verdrängen entgegenzuwirken. Mit dem von ihm herausgegebenen Band […] hat er dazu einen beeindruckenden Beitrag erbracht.

  6. Junge Freiheit, Literatur, 29. Juli 2011

    Ein bemerkenswerter Band mit Aufsätzen und Augenzeugenberichten zur Vertreibung aus Westpreußen.